Erbrechen bei Hunden: Harmlos oder gefährlich? So handeln Sie richtig!

Hund erbricht

Wer der geliebten Fellnase schon einmal beim Erbrechen zugesehen hat, kennt vermutlich auch die bekanntesten Vorzeichen: Unruhe und Nervosität, das Lecken der Lippen oder des Mauls, häufiges Schlucken, Würgen und vermehrter Speichelfluss. Unser Herz zieht sich zusammen vor Mitgefühl, wenn wir unseren treuen Freund so sehen. In diesem Blogbeitrag möchten wir gemeinsam herausfinden, warum Hunde erbrechen, was dies bedeuten kann und was wir tun können, um ihnen zu helfen. 

Inhalt

Die Ursachen für Erbrechen bei Hunden

Erbrechen beim Hund kann, wie viele andere Themen rund um den Vierbeiner, sehr viele und sehr unterschiedliche Gründe haben. Nachfolgend wollen wir einen schnellen Überblick über die häufigsten Ursachen geben und diese in verschiedene Kategorien zur einfachen Orientierung unterteilen: 

Ernährung: 

  • Futterwechsel: Plötzliche Veränderungen im Futter 
  • Unverträglichkeiten: Aufnahme von Nahrungsmitteln, die der Hund nicht verträgt 
  • Fremdkörper: Verschlucken von nicht essbaren Gegenständen wie z. B. Spielzeug oder Steinen 
 

Medizinisch: 

  • Verdauungserkrankungen: Gastritis (Magenschleimhautentzündung) 
  • Infektionen: Magen-Darm-Infektionen 
  • Systemische Probleme: Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 
 

Parasiten: 

  • Wurmbefall: Verschiedene Arten von Würmern 
 

Toxisch: 

  • Giftige Substanzen: Aufnahme von giftigen Chemikalien, Pflanzen oder für Hunde giftigen Lebensmitteln wie Schokolade 
 

Stress und Angst: 

  • Reisen: Autofahrten oder andere Formen von Reisen 
  • Umweltveränderungen: Veränderungen in der Umgebung oder im Tagesablauf 
 

Wie zu sehen ist, haben wir leider nicht zu viel versprochen: Es gibt tatsächlich sehr viele und unterschiedliche Ursachen für Erbrechen bei Hunden. Selbstverständlich sind weitere bzw. andere Gründe nicht auszuschließen. Die häufigsten Ursachen kennen Sie nun allerdings. 

So erbricht ein Hund

Das Erbrechen teilt sich bei Hunden für gewöhnlich in drei Phasen auf. Diese zeichnen sich wie folgt ab: 

1. Die Vorzeichen: 

  • Unruhe und Nervosität: Der Hund zeigt angespanntes und unruhiges Verhalten. 
  • Lecken der Lippen oder des Mauls: Häufiges Lecken ist ein Zeichen von Übelkeit. 
  • Häufiges Schlucken oder Würgen: Der Hund schluckt öfter und zeigt würgende Bewegungen. 
  • Vermehrter Speichelfluss: Der Hund speichelt stärker als gewöhnlich. 
 

2. Das Einleiten: 

  • Kontraktion des Bauches: Der Hund bewegt seinen Bauch rhythmisch.
  • Heben des Kopfes und Strecken des Halses: Der Hund streckt den Hals, um das Erbrechen zu erleichtern.
  • Würgen oder Husten: Der Hund gibt Würgegeräusche von sich und kann husten. 
 
3. Das Erbrechen: 
 
  • Ausstoß des Mageninhalts: Der Hund erbricht den Mageninhalt, welcher Nahrung, Flüssigkeit, Galle oder Schaum enthalten kann. 
 

Je nach Ursache und Schwere des Erbrechens kann dieser Ablauf auch variieren. Behalten Sie Ihren treuen Begleiter nach dem Erbrechen im Auge. Müdigkeit und Schwäche, Unlust zu fressen oder zu trinken sowie erneutes Lecken der Lippen oder des Mauls sind häufige Nachwirkungen bei Erbrechen. Ruhe ist nun wichtig. 

Formen des Erbrochenen und deren Bedeutung

Das Erbrochene kann bei Hunden verschiedene Formen annehmen. Das ist sehr hilfreich, da häufig erkannt werden kann, was der Auslöser ist und wie schwerwiegend das Erbrechen ist. Hierbei spielen vor allem die Farbe und die Konsistenz des Auswurfs zentrale Rollen. Nachfolgend ein Überblick über die häufigsten Formen von Erbrochenem: 

Futter: Erbricht der Hund Futter, sind die Hauptursachen meistens eine Unverträglichkeit oder übermäßiges Schlingen. In solchen Fällen sollte die Art und Weise sowie das Futter überdacht werden. Achtung: Muss der Hund sofort nach der Aufnahme von Futter oder Wasser erbrechen, kann das ein Zeichen eines Darmverschlusses oder einer Magendrehung sein. Handeln Sie hier bitte unverzüglich und kontaktieren Sie eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Es besteht akute Lebensgefahr! 

Wasser: Dünnflüssiges Erbrochenes ist zunächst kein Grund zur Sorge. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Ihr Hund bei mehrfachem Erbrechen von viel Flüssigkeit nicht austrocknet. 

Schaum oder Schleim: In kleinen Mengen sind Schaum oder Schleim oft Teil des Erbrochenen. Kommt beides in großen Mengen vor, kann das ein Hinweis auf eine Vergiftung sein. 

Gelb: Schaumige und zugleich gelbe Flüssigkeit ist auf Magensäure zurückzuführen. Für gewöhnlich bedeutet das, dass der Magen leer ist. 

Braun: Erbrochenes mit brauner Farbe kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Es kann auf Futterbestandteile zurückzuführen sein, aber auch auf bereits geronnenes Blut, das farblich braun bis schwarz ist. Achtung: Wenn der Auswurf Kot beinhaltet, besteht auch hier unmittelbare Lebensgefahr in Form eines Darmverschlusses für den Hund. Handeln Sie sofort! 

Blut: Rötlich Erbrochenes ist ein eindeutiges Alarmsignal. Bitte sofort die Tierärztin oder den Tierarzt aufsuchen! 

Hund auf Stuhl

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es ganz unterschiedliche Formen von Erbrochenem gibt und diese aufzeigen können, ob ein ernsthafter Grund dafür verantwortlich ist oder ob zunächst kein Grund zur Sorge besteht. Natürlich gibt es neben den oben genannten Formen auch einzelne Abweichungen. Grundsätzlich können Sie sich merken: Hat der Auswurf die Farben rot, grün, schwarz, blau oder dunkelbraun, ist sofortiges Handeln notwendig. Suchen Sie umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf. 

Professionelle Diagnose bei einem erbrechenden Hund

Wie bereits erwähnt, kann Erbrechen bei Hunden viele unterschiedliche Ursachen haben. In bestimmten Fällen ist es unbedingt notwendig, eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen. Bei einem solchen Besuch liegt der Fokus meist auf einer schnellen symptomatischen Hilfe und der Ursachensuche. 

Normalerweise wird zunächst Flüssigkeit über eine Infusion verabreicht, und falls erforderlich, werden Medikamente eingesetzt, um das akute Erbrechen zu kontrollieren. Je nach Symptomen und vermuteter Ursache sind sofortige diagnostische Tests wie Bluttests sowie Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen nicht ungewöhnlich. Abhängig von der Ursache und den Testergebnissen werden die weiteren notwendigen Behandlungsschritte eingeleitet. 

Behandlungsmöglichkeiten zu Hause

Die gute Nachricht ist, dass Erbrechen bei Hunden nicht immer auf einen schwerwiegenden Faktor zurückzuführen sein muss. Oft kann eine Unverträglichkeit auf bestimmte Bestandteile des Futters der Auslöser sein. In solchen Fällen gilt es, Ruhe zu bewahren und zu prüfen, ob Ihr Hund abgesehen von Schlappheit einen stabilen Eindruck macht. Falls ja, können Sie zu Hause mit den folgenden Behandlungsmöglichkeiten unterstützen: 

  1. Futterentzug: Geben Sie Ihrem Hund für 24 Stunden kein Futter, damit sich der Magen beruhigen kann. 
  2. Wasser: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausreichend frisches Wasser trinkt, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Geben Sie ihm kleine Mengen auf einmal, um weiteres Erbrechen zu vermeiden. 
  3. Schonkost: Wenn sich das Erbrechen gelegt hat, beginnen Sie nach dem Futterentzug mit leicht verdaulicher Schonkost. Eine Morosche-Karottensuppe ist zum Beispiel eine gute Wahl. Füttern Sie zunächst kleinere Mengen, um den Magen zu schonen. 
  4. Schonung: Geben Sie Ihrem Hund ausreichend Ruhe, damit er sich stabilisieren kann. 
  5. Beobachten: Überwachen Sie den Zustand Ihres Hundes kontinuierlich. Sollte keine Besserung eintreten oder sich der Zustand verschlechtern, suchen Sie umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf. 
 

Mit diesen Maßnahmen können Sie Ihren Hund unterstützen und ihm helfen, zur gewohnten Vitalität zurückzukehren. Hält der Zustand an oder verschlechtert sich, ist der Gang zur Tierärztin oder zum Tierarzt unvermeidlich. 

Prävention bei der Futterumstellung, um Erbrechen möglichst zu vermeiden

Manche Hunde können sensibel auf eine Ernährungsumstellung reagieren, insbesondere wenn diese zu rasch erfolgt. Unser Tipp: Verwenden Sie hochwertiges Futter und führen Sie die Futterumstellung schrittweise durch, sodass Ihr Hund ausreichend Zeit hat, sich an das neue Futter zu gewöhnen. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Hund das neue Futter gut verträgt und bei Bedarf rechtzeitig Anpassungen vornehmen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Futterumstellung empfehlen wir, sich zum Wohle des Vierbeiners, beraten zu lassen.

Fazit

Das Erbrechen bei Hunden kann viele verschiedene Ursachen haben, von Futterunverträglichkeiten über Fremdkörper bis hin zu ernsthaften medizinischen Problemen. Es ist wichtig, die häufigsten Anzeichen und Symptome zu erkennen, um schnell und angemessen reagieren zu können. In diesem Blogbeitrag haben wir die häufigsten Ursachen, Symptome und die Phasen des Erbrechens sowie die Bedeutung der unterschiedlichen Formen des Erbrochenen erläutert. Wir haben auch die Behandlungsmöglichkeiten sowohl zu Hause als auch durch professionelle Hilfe besprochen. Eine ordnungsgemäße Futterumstellung kann präventiv wirken und das Risiko von Erbrechen reduzieren. 

Es ist essenziell, den Zustand Ihres Hundes nach einem Erbrechen genau zu beobachten und bei anhaltenden oder schweren Symptomen sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit dem richtigen Wissen und einer aufmerksamen Betreuung können Sie Ihrem Hund helfen, schnell wieder zur gewohnten Vitalität zurückzukehren. 

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2 Antworten

  1. Danke für diesen hochinteressannten Artikel, sehr informativ und bietet Hundebesitzern wertvolle Unterstützung. Der Artikel bietet eine fundierte und hilfreiche Übersicht über ein häufiges Gesundheitsproblem bei Hunden. Es wird deutlich, dass Erbrechen bei Hunden zahlreiche Ursachen haben kann, von harmlosen Magenverstimmungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen wie Vergiftungen oder Organproblemen. Die Auflistung möglicher Ursachen hilft Hundebesitzern, die Symptome besser einzuordnen. Der Artikel betont die Wichtigkeit, das Verhalten des Hundes genau zu beobachten.
    Besonders wertvoll sind die Tipps zur Vorbeugung von Erbrechen, wie die Vermeidung von abrupten Futterwechseln und das Sicherstellen, dass der Hund keine schädlichen Substanzen aufnimmt. Prävention ist immer besser als Nachsorge, und diese Tipps können helfen, das Wohlbefinden des Hundes langfristig zu sichern.

    Ronny Rißmann-Wieland

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