Bärlauch ernten: Bester Zeitpunkt und wichtige Informationen

Bärlauch frisch geerntet

Im März startet sie: Die Bärlauchernte. Dann können sich Liebhaber des Küchenkrauts wieder über die saftig-grünen, aromatisch-würzigen Blätter freuen, die in oftmals dichten Pflanzenteppichen in Wäldern anzutreffen sind. Worauf Sie beim Ernten von Bärlauch achten sollen, mit welchen giftigen Pflanzen Verwechslungsgefahr besteht, und alle weiteren Informationen finden Sie in diesem Beitrag.

Inhalt

Bärlauch ernten: Wann ist die beste Zeit dafür?

Die beste Zeit, um Bärlauch zu ernten, ist von März bis Mai. Dann ist das Aroma der Blätter am intensivsten. Denn sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, büßen die Blätter stark an Aroma ein. Morgens sind die zarten Blätter besonders frisch und saftig, daher sollten Sie das Lauchgewächs am besten früh am Tag ernten.

Wo findet man Bärlauch?

Die lauchartige Pflanze wächst bevorzugt an schattigen und feuchten Plätzen mit nährstoffreichen, nicht zu sauren Böden. Daher ist er meist in humusreichen Laubwäldern und Auwäldern zu finden – unter Sträuchern, in Schluchten oder in der Nähe von Bächen.

Ist es verboten, wilden Bärlauch zu ernten?

Wächst Bärlauch in einem Naturschutzgebiet, ist es grundsätzlich verboten, die Pflanze zu ernten. Doch auch außerhalb von Naturschutzgebieten sollten keine großen Mengen abgeerntet werden – außer, Sie besitzen dafür eine Genehmigung. Das Bundesumweltministerium verweist hier auf die „Handstraußregelung“: Sie besagt, dass wilde Heilkräuter und Blumen gepflückt werden dürfen, solange es sich hierbei um geringe Mengen handelt, die ausschließlich für den persönlichen Bedarf verwendet werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit teils hohen Bußgeldern rechnen.

Bärlauch ernten: Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Die Abgrenzung des Bärlauchs von anderen Pflanzen ist so wichtig, da Verwechslungsgefahr mit einigen giftigen Pflanzen besteht. Diese sind:

  • Maiglöckchen
  • Herbstzeitlosen
  • Aronstab

So lässt sich Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern unterscheiden:

Merkmal

Bärlauch

Maiglöckchen

Herbstzeitlose

Aronstab

Geruch

Kräftiger Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter

Kein Knoblauchgeruch

Kein Knoblauchgeruch

Kein Knoblauchgeruch

Blattanordnung

Einzelne Blätter an langem Blattstiel

Zwei Blätter am gleichen Stängel

Mehrere Blätter, knötchenartig zusammengezogen, leicht linksschraubig gedreht

Blätter wachsen dicht zusammen, büschelig um einen Punkt herum

Blattstiel

Einzelner Blattstiel

Kurzer gemeinsamer Stiel

Meist kaum sichtbarer Stiel

Langer Blattstiel

Blattform

Breit-oval

Breit-oval

Länglich-oval

Pfeil- bis herzförmig

Blattunterseite

Matt

Glänzend

Glänzend

Glatt mit netzartiger Aderstruktur

Blattstruktur

Dünn und weich

Fester und ledrig

Dicker und fleischiger

Kräftig und stabil

Wuchs im Bestand

Oft große Teppiche aus vielen einzelnen Blättern

Kleinere Gruppen

Dichte Büschel

Lockere Gruppen einzelner Pflanzen

Den charakteristischen Duft des Bärlauchs können Sie an sonnigen Frühlingstagen schon von Weitem wahrnehmen. Es empfiehlt sich, vor dem Abschneiden der Blätter eines davon zu zerreiben – dann entfaltet sich der knoblauchartige Duft abermals und Sie können sich sicher sein, dass es sich um den schmackhaften Bärlauch handelt. Denn: Der deutliche Knoblauchgeruch bleibt das sicherste Erkennungsmerkmal des Bärlauchs. Prüfen Sie daher jedes Blatt einzeln, da sich beim Sammeln leicht Blätter anderer Pflanzen untermischen können.


Wichtig: Stellen Sie sicher, dass es auch wirklich das Blatt ist, das den Knoblauchduft verströmt – nicht ihre eigenen Finger. Es ist daher empfehlenswert, die Finger nach jedem Geruchstest zu reinigen.

Bärlauch verarbeiten: So schmeckt er am besten

Am besten schmecken die würzigen Blätter, wenn Sie sie direkt nach dem Sammeln frisch verarbeiten. Sie können das Küchenkraut wie Schnittlauch oder Knoblauch für Nudelgerichte, Salate, Soßen oder als aromatischen Zusatz für ein einfaches Butterbrot verwenden.

Besonders beliebt sind zudem Pestos aus Bärlauch oder Bärlauchbutter – beides lässt sich problemlos einfrieren und bleibt so mehrere Monate haltbar, ohne dass das einzigartige Aroma verloren geht.

Eine weitere Konservierungsmöglichkeit ist das Trocknen der Blätter. Hier müssen Sie allerdings mit größeren Aromaverlusten rechnen.

Bärlauch-Pesto

Die Wirkung von Bärlauch auf die Gesundheit

Bärlauch findet auch als Heilpflanze Anwendung. So kann er durch seine antibakterielle Wirkung bei Magen-Darm-Problemen helfen. Außerdem wirkt das Lauchgewächs verdauungs- und kreislauffördernd und kann sogar bei hohem Blutdruck hilfreich sein.

Bärlauch für Hund, Katze & Pferd: Vorsicht, giftig!

Hundebesitzer sollten beim Spazieren gehen einen großen Bogen um Bärlauch machen. Denn für Hunde ist der Verzehr von Bärlauch giftig: Die Pflanze kann die roten Blutkörperchen angreifen. Auch Katzen und Pferde sollten aus diesem Grund keinen Bärlauch fressen.

10 Tipps für Ihre erfolgreiche Bärlauchernte

Für eine bessere Übersicht möchten wir Ihnen zehn Tipps mitgeben, die Ihnen bei der erfolgreichen Ernte von Bärlauch helfen:

  1. Nur junge Blätter ernten: Sie haben das intensivste Aroma. Sobald der Bärlauch blüht, verlieren die Blätter einen Teil ihres Geschmackes.
  2. Einzelne Blätter sammeln: Ernten Sie pro Pflanze idealerweise nur ein Blatt. So kann sich der Bestand erholen und der Bärlauch auch im nächsten Jahr gesund wachsen.
  3. Messer oder Schere zur Ernte verwenden: Anstatt sie abzureißen, sollten Sie die zarten Bärlauchblätter mit einem Messer oder einer Schere behutsam abschneiden. Das verhindert Schäden an der Pflanze und schont die Zwiebel im Boden.
  4. Regelmäßiger Geruchstest: Der charakteristische Duft ist das wichtigste Erkennungsmerkmal des Bärlauchs. Reiben Sie daher Blätter, die Sie pflücken möchten, zunächst vorsichtig zwischen den Fingern. Entsteht der Knoblauchduft, können Sie sicher sein, dass es sich um Bärlauch handelt. Prüfen Sie jedes Blatt einzeln. Wichtig: Reinigen Sie Ihre Fingen nach einem Geruchstest um sicherzugehen, dass der Knoblauchduft von dem neu zerriebenen Blatt stammt.
  5. Achten Sie auf sichere Standorte: Sammeln Sie Bärlauch möglichst nur in naturbelassenen Wäldern und meiden Sie Straßenränder oder Hundewiesen.
  6. Morgens ernten: In der Früh sind die Blätter meist besonders frisch. Außerdem welken sie nach der Ernte weniger schnell.
  7. Nur so viel sammeln, wie Sie verwenden: Ernten Sie nur so viel, wie Sie wirklich verwenden. Frischer Bärlauch wird selbst im Kühlschrank bereits nach wenigen Tagen welk.
  8. Auf den richtigen Transport achten: Transportieren Sie die geernteten Blätter am besten in luftigen Behältern wie Körben oder Stoffbeuteln. In Plastiktüten schwitzen die Blätter schnell, was zu Qualitätsverlust führt.
  9. Bärlauch gründlich waschen: Vor dem Verarbeiten ist es ratsam, die Blätter gründlich zu waschen, um sie so von Schmutz und Verunreinigungen zu befreien.
  10. Sammelregeln beachten: Je nach Region gibt es unterschiedliche Regelungen, wie viel Bärlauch gesammelt werden darf. Grundsätzlich ist die bereits erwähnte Handstraußmenge des Bundesumweltministeriums eine gute Richtlinie. In Naturschutzgebieten ist das Ernten von Bärlauch nicht erlaubt.

Fazit

Das Ernten von Bärlauch ist eine schöne Möglichkeit, im Frühling frische Wildkräuter aus der Natur zu sammeln und für vielfältige Speisen zu nutzen. Wenn Sie wissen, wann und wo die Pflanze wächst, und auf die typischen Merkmale achten, lässt sich Bärlauch sicher erkennen und ernten. Das ist besonders wichtig, um mögliche Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern sicher ausschließen zu können.

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