Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Symptome, Ursache & Behandlung

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist die häufigste hormonelle Erkrankung bei älteren Katzen. Umso wichtiger ist es für Katzenhalter, die Symptome richtig zu deuten, um ihren Schmusetiger ideal behandeln zu können. An welchen Symptomen Sie eine Schilddrüsenüberfunktion bei Ihrer Katze erkennen können, welche Behandlung dann notwendig wird und worauf Sie bei der Ernährung achten müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Inhalt

Die Funktion der Schilddrüse bei der Katze

Die Schilddrüse der Katze, die sich am Hals befindet, steuert durch die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) ihren gesamten Stoffwechsel. Die Hormone beeinflussen unter anderem

  • den Energieverbrauch
  • die Herzfrequenz
  • die Körpertemperatur
  • die Aktivität des Nervensystems und des Verdauungstrakts

 

Die Schilddrüse ist hauptsächlich für die Produktion von T4 zuständig – das wird in den Körperzellen in das aktivere T3 umgewandelt. Kommt es bei Katzen zu einer Überproduktion dieser Hormone, entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion, die den Stoffwechsel stark beschleunigt und zu typischen Krankheitssymptomen führen kann.

Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Meist sind gutartige Wucherungen bzw. Knoten in der Schilddrüse, die durch ein übermäßiges Wachstum von Zellen der Schilddrüse entstehen, die Ursache der felinen Hyperthyreose. Dadurch vergrößert sich die Schilddrüse insgesamt und produziert infolgedessen vermehrt Hormone.

Gerade bei älteren Katzen im Alter von über acht Jahren kommt die Hormonstörung sehr häufig vor und wird vom Tierarzt bzw. von der Tierärztin mittlerweile routinemäßig untersucht. Warum die Erkrankung gerade bei älteren Katzen öfter vorkommt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Unter anderem wurden bestimmte Bestandteile in Futtermitteln oder Katzenstreu vermutet, die zu den Wucherungen der Schilddrüse führen könnten.

Gut zu wissen: In der Regel handelt es sich bei den Wucherungen der Schilddrüse um gutartige Tumore. Nur bei weniger als fünf Prozent der Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sind die Symptome auf einen bösartigen Tumor – ein sogenanntes Schilddrüsenkarzinom – zurückzuführen.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Die erhöhte Hormonproduktion der Schilddrüse führt zu teils typischen Symptomen bei betroffenen Katzen, wie ein sehr unruhiges, aufgekratztes Verhalten. Neben Unruhe und Hyperaktivität könnten diese Symptome Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sein:

  • Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit
  • vermehrtes Trinken und Urinieren
  • mattes Fell, starker Haarausfall
  • Erbrechen und Durchfall
  • Herzprobleme (Tachykardie)
  • erhöhter Blutdruck
  • Aggressivität oder Verhaltensänderungen
  • vernachlässigte Fellpflege

Unterschied zwischen Schilddrüsenüberfunktion und -unterfunktion

Im Gegensatz zur Schilddrüsenüberfunktion kommt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bei Katzen weitaus seltener vor. Diese erkennen Sie oftmals daran, dass die Katze weniger frisst, ein stumpfes Haarkleid und trockene Haut hat.

Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Zu Feststellung einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen werden mehrere Untersuchungen kombiniert: Zunächst erfolgt eine klinische Untersuchung mit ausführlicher Anamnese. Entscheidend ist anschließend eine Blutuntersuchung, bei der vor allem der Gesamt-T4-Wert bestimmt wird – bei Bedarf können zusätzlich freies T4 und TSH gemessen werden. Da betroffene Katzen häufig auch unter erhöhtem Blutdruck leiden, gehört eine Blutdruckmessung ebenfalls zur Abklärung. In bestimmten Fällen kann zudem eine bildgebende Untersuchung der Schilddrüse – mittels Ultraschalls oder einer Szintigrafie – sinnvoll sein.

Eine frühzeitige Diagnose der Schilddrüsenüberfunktion kann entscheidend sein, um die Organe der Katze langfristig zu schonen. Denn durch die erhöhte Hormonausschüttung wird der Stoffwechsel beschleunigt, was unbehandelt unter anderem zu Herzproblemen, Organschäden und hohem Blutdruck führen kann.

So wird eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen behandelt

Zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten:

Medikamente (Thyreostatika)

Zu Beginn wird versucht, die Überfunktion durch Medikamente (Thyreostatika) zu unterdrücken. Thyreostatika hemmen die Produktion der Schilddrüsenhormone T4 und T3, indem sie verhindern, dass Jod in die Hormonmoleküle eingebaut wird. Setzt man die Medikamente ab, sind alle Symptome der Schilddrüsenüberfunktion wieder da.

Für den Therapieerfolg sollten Thyreostatika jeden Tag von der Katze eingenommen werden. Die Medikamentengabe erfolgt in der Regel in Tablettenform – die Gabe ist jedoch auch in Form einer Salbe möglich, die in der Ohrmuschel der Katze einmassiert wird.

Wichtig: Tragen Sie bei der Anwendung der Salbe unbedingt Handschuhe!

Je nach tierärztlicher Verordnung erfolgt die Medikamentengabe ein- bis zweimal täglich. Katzen vertragen die Medikamente in der Regel gut.

Mögliche Nebenwirkungen von Thyreostatika können Erbrechen oder Durchfall sein. Um diese möglichst gering zu halten, beginnt man meist mit einer niedrigeren Dosis und erhöht diese nach und nach, wenn im Blut- und Urintest keine Auffälligkeiten erkennbar sind.

Radiojodtherapie

Mithilfe von schwachem radioaktivem Jod können krankhaft veränderte Bereiche der Schilddrüse gezielt zerstört und eine Schilddrüsenüberfunktion so geheilt werden. Diese Behandlung ist zwar mit höheren Kosten verbunden, gilt jedoch bei den meisten Katzen als sehr wirksam.

Entfernung der Schilddrüse mittels Operation

Bei manchen Katzen ist die operative Entfernung der Schilddrüse sinnvoll. Das ist vor allem bei einem bösartigen Schilddrüsentumor der Fall. Katzen, die eine solche Operation benötigen, sind lebenslang auf die medikamentöse Zugabe von Schilddrüsenhormonen angewiesen.

Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion einer Katze

Bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sollte das Futter umgestellt bzw. angepasst werden und stark jod-reduziert sein. Zudem ist eine energie- und proteinreiche, zugleich aber ausgewogene Ernährung empfehlenswert, um den erhöhten Stoffwechsel auszugleichen und dem Verlust von Körpergewicht und Muskelmasse entgegenzuwirken. Ob ein spezielles Diätfuttermittel notwendig ist, entscheidet der Tierarzt bzw. die Tierärztin.

Da die Erkrankung häufig auch Herz und Nieren belastet, sollte die Fütterung möglichst schonend gestaltet an den individuellen Herz- und Nierenstatus der Katze angepasst werden. Besonders wichtig ist außerdem eine gute Akzeptanz des Futters. Viele Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion sind recht wählerisch beim Fressen, daher sollte die Nahrung schmackhaft sein und gerne aufgenommen werden.

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Lebenserwartung & Prognose

Wird eine Schilddrüsenüberfunktion früh erkannt und entsprechend behandelt, können viele Katzen noch mehrere Jahre mit stabiler Gesundheit leben. Symptome wie Gewichtsverlust und Unruhe bessern sich nach Therapiestart häufig bereits innerhalb weniger Wochen. Da eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen bestehende Nierenprobleme verdecken kann, werden diese durch die Behandlung der Überfunktion sichtbar und können gezielt therapiert werden.

Hinweis: Wie bereits erwähnt, wirken Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion häufig sehr aktiv oder unruhig. Wenn die Erkrankung behandelt wird, werden viele Tiere deutlich ruhiger. Dieses veränderte Verhalten kann zunächst wie eine Verschlechterung des Zustands erscheinen, ist jedoch meist ein Zeichen dafür, dass sich der Stoffwechsel wieder normalisiert. Besonders bei älteren Katzen entspricht ein ruhigeres Verhalten oft dem natürlichen Aktivitätslevel. Sollte Sie das Verhalten Ihrer Katze verunsichern, lassen Sie sich tierärztlich beraten.

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Wann zum Tierarzt?

Stellen Sie erste Symptome bei Ihrer Samtpfote fest – wie Gewichtsverlust trotz normalen oder sogar großen Appetites, gesteigerte Unruhe und ein ungepflegtes Fell – sollten Sie Ihre Katze tierärztlich untersuchen lassen.

Da sich die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen allerdings schleichend entwickeln, sind erste Anzeichen oft nicht eindeutig erkennbar oder können als Alterserscheinung gedeutet werden. Tierärzte empfehlen daher, gerade bei älteren Katzen ab ca. sieben Jahren, einmal jährlich einen Gesundheitscheck durchführen zu lassen. Bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung kann eine Schilddrüsenüberfunktion so frühzeitig festgestellt werden.

Lebensqualität der Katze durch Früherkennung & Behandlung sichern

Eine Schilddrüsenüberfunktion gehört zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen, lässt sich jedoch bei rechtzeitiger Diagnose in vielen Fällen gut behandeln. Entscheidend ist, typische Symptome wie Gewichtsverlust trotz guten Appetits, Unruhe oder Veränderungen im Verhalten früh zu erkennen und tierärztlich abklären zu lassen. Durch geeignete Therapien, eine angepasste Ernährung und regelmäßige Gesundheitschecks können viele betroffene Katzen noch lange ein stabiles und lebenswertes Leben führen.

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Ein Kommentar

  1. Guten Tag,

    Ich bin sehr beeindruckt wie umfassend das Thema hier beleuchtet wird.
    Viele Katzenbesitzer sind einfach schlicht weg überfordert.
    Es gibt viele Möglichkeiten, von Anfang an aufzuklären.
    Meine Katzen bekommen ausschließlich mEATzie.
    Die Kräuter von REiCO und die REiCO Milch+ haben meinen Katzen sehr geholfen
    Mehr zu trinken.

    Ich freu mich immer, wenn ich helfen kann.

    Kirsten

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