Hundeohren reinigen und pflegen: Wertvolle Tipps & Tricks
Auf ihren feinen Gehörsinn müssen sich Hunde jeden Tag verlassen können. Denn ihr Gehör spielt eine wichtige Rolle bei der Orientierung, Kommunikation und Wahrnehmung ihrer Umwelt. Daher ist es wichtig, die Ohren regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu reinigen und zu pflegen. Doch wann müssen Hundeohren überhaupt gereinigt werden? Welche Hausmittel sind dafür geeignet – und welche sogar schädlich? Wir klären Sie auf, wie sie Hundeohren am besten reinigen und pflegen.
Inhalt
Kurzüberblick
Hundeohren sollten regelmäßig kontrolliert, aber nur bei Bedarf mit geeigneten Pflegeprodukten oder sanften Reinigungstüchern gereinigt werden. Bei ungewöhnlichem Geruch, schwarzem Belag, offensichtlichen Schmerzen oder Entzündungen ist ein Tierarztbesuch erforderlich.
Warum ist die Ohrenpflege beim Hund wichtig?
Gesunde Hundeohren verfügen über einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus. Das Ohrenschmalz transportiert Schmutz, abgestorbene Hautzellen und kleine Fremdkörper nach außen, sehr feine Härchen schützen den empfindlichen Gehörgang.
Trotz dieser natürlichen Schutzfunktionen des Ohrs können sich Schmutz, Sekrete oder Krankheitserreger ansammeln – besonders dann, wenn aufgrund eines Infekts oder anderweitigen Gründen der natürliche Schutzmechanismus beeinträchtigt ist. Bleibt dies unbemerkt, können Ohrenentzündungen (Otitis) entstehen und in manchen Fällen den Hör- und Gleichgewichtssinn des Hundes sogar langfristig beeinträchtigen.
Das regelmäßige Kontrollieren der Hundeohren kann dabei helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und damit ernstere Probleme verhindern.
Daran erkennen Sie, ob die Hundeohren gesäubert werden sollten
Tatsächlich müssen Sie in der Regel keine regelmäßige Reinigung der Hundeohren vornehmen. Hier gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
An diesen Merkmalen erkennen Sie gesunde Hundeohren:
- frei von Schwellungen oder Verletzungen
- relativ geruchslos
- ohne Ablagerungen
- mit einer kleinen Menge Ohrenschmalz bedeckt
Etwas Ohrenschmalz im Hundeohr dient dem natürlichen Schutz und stellt kein Problem dar. Es sollte nicht entfernt werden.
Eine behutsame Reinigung der Ohren sollte erfolgen, wenn:
- sich überschüssiges Ohrenschmalz im Ohr befindet,
- kleinere Schmutzansammlungen zu sehen sind,
- sich Staub, Sand oder Pflanzenreste im äußeren Ohrenbereich befinden.
So oft sollten Sie Hundeohren reinigen
Wie oft eine solche Reinigung notwendig ist und stattfinden sollte, kann von der Rasse des Hundes als auch von seinen individuellen Eigenschaften oder Erkrankungen, z. B. Leishmaniose oder Schilddrüsenunterfunktion, abhängig sein.
Hunde, bei denen eine Ohrreinigung öfter notwendig sein kann, sind:
- langhaarige Hunderassen
- Hunde mit Schlappohren
- Hunde mit Knickohren
- Hunde, die häufig schwimmen und tauchen
Durch dichte Behaarung oder schlechte Luftzirkulation aufgrund der Hängeohren kann schnell ein feuchtwarmes Klima in den Hundeohren entstehen, das ideale Bedingungen für Bakterien, Pilze oder Parasiten bieten kann.
Ist Ihr Hund aufgrund dieser Eigenschaften anfälliger für Ohrenprobleme, sollten Sie die Ohren nach jedem Spaziergang kontrollieren. Besonders dann, wenn Ihr Hund durch hohe Wiesen oder Felder gelaufen ist. Prophylaktisch können die Ohren dann ein- bis zweimal wöchentlich sanft gereinigt und gepflegt werden. Die Häufigkeit sollte allerdings tierärztlich abgeklärt werden.
Hundeohren richtig reinigen: Schritt für Schritt
Für die sanfte Reinigung der empfindlichen Hundeohren sind nur ein paar wenige Materialien notwendig, die Sie bestimmt bereits zu Hause haben.
Das benötigen Sie:
- weiches, fusselfreies Baumwolltuch oder Wattepad
- lauwarmes Wasser
- ggf. spezielle Ohrreinigungspads für Hunde
- ggf. ein geeignetes Ohrpflegemittel für Hunde
So gehen Sie vor:
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund entspannt ist. Idealerweise sind Sie in einer ruhigen und ihm vertrauten Umgebung.
- Heben Sie das Hundeohr vorsichtig an.
- Wickeln Sie ein leicht angefeuchtetes Tuch um Ihren Finger.
- Wischen Sie die Ohrmuschel sanft von innen nach außen aus.
- Entfernen Sie sichtbare Verschmutzungen vorsichtig.
- Verwenden Sie für jedes Ohr ein frisches Tuch.
Wichtig: Reinigen Sie ausschließlich die äußere Ohrmuschel und halten Sie Abstand vom empfindlichen Gehörgang.
Hundeohren mit Wattestäbchen reinigen? Bitte nicht!
Nuten Sie zur Ohrenpflege Ihres Hundes bitte keine Wattestäbchen. Bei falscher Handhabung können Sie schnell das Trommelfell verletzen, den Gehörgang reizen oder Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang führen, was zu Entzündungen führen kann.
Hausmittel zur Reinigung von Hundeohren
Wer keine spezielle Ohrenpflege zur Hand hat, der möchte vielleicht gerne zu Hausmitteln greifen. Doch hierbei sollten Sie vorsichtig sein.
Kokosöl
Bei der Hautpflege von Hunden liest man häufig von Kokosöl. Doch wie sieht es bei der Ohrenpflege aus?
Neigt die äußere Ohrmuschel zu trockenen Hautstellen, kann Kokosöl Abhilfe schaffen. Doch zur Reinigung des Gehörgangs ist es nicht empfehlenswert, da es den Gehörgang unnötig fetten und die natürliche Belüftung beeinträchtigen kann.
Olivenöl
Auch Olivenöl ist ein häufig genanntes Hausmittel zur Reinigung von Hundeohren. Doch ideal eignet es sich ebenso wie Kokosöl eher nicht, da die ölige Substanz den Schmutz im Gehörgang binden und die Haare im Ohr verkleben kann.
Für die regelmäßige Pflege sind speziell für Hunde entwickelte Ohrpflegeprodukte die sicherste Wahl, wie z. B. die MAXiDOG Ohrenpflege.
Bei Langhaarhunden: Störende Haare zupfen
Bei Langhaarrassen kann es vorkommen, dass vereinzelte Haare im Gehörgang den normalen Abtransport von Ohrenschmalz verhindern. Es kann sinnvoll sein, diese zu zupfen. Dabei gilt: behutsam vorgehen und wirklich nur einzelne Härchen ziehen. Idealerweise lassen Sie sich von Ihrer Tierärztin bzw. Ihrem Tierarzt zeigen, wie Sie dabei am besten vorgehen. Damit der Vorgang sowohl für Halterin bzw. Halter als auch für den Hund möglichst stressfrei erfolgt, sollten betroffene Hunde das Prozedere bereits vom Welpenalter an kennenlernen.
Hund hat schwarzen Dreck im Ohr: Was steckt dahinter?
In harmlosen Fällen kann es sich hierbei einfach um Ohrenschmalz handeln, das schnell mit Verunreinigungen verwechselt werden kann, da es üblicherweise dunkelbraun bis schwarz ist.
Ist der Schmutz jedoch sehr krümelig und ähnelt der Konsistenz von Kaffeepulver, besteht die Wahrscheinlichkeit eines Milbenbefalls. Eine tierärztliche Einschätzung ist in diesem Fall sinnvoll.
Hundeohren bei Milbenbefall reinigen
Neben des kaffeepulverartigen Belags in den Ohren können diese Anzeichen auf einen Milbenbefall beim Hund hindeuten:
- starker Juckreiz
- häufiges Kratzen
- starkes Kopfschütteln
- entzündete Ohrmuschel
Handelt es sich um einen Milbenbefall, reicht eine Reinigung allein nicht aus. Die Parasiten müssen gezielt behandelt werden. Daher sollte unbedingt eine Tierärztin bzw. ein Tierarzt konsultiert werden.
Tierärztliche Untersuchung der Hundeohren
Sind die Hundeohren nicht einfach nur etwas schmutzig, sondern anderweitig auffällig oder sogar entzündet, sollte tierärztlicher Rat erfolgen. Holen Sie sich diesen ein, wenn Sie folgende Symptome bei Ihrem Hund bemerken:
- unangenehmer oder süßlicher Geruch aus den Ohren
- sehr starke Ohrenschmalzbildung
- Rötungen, entzündete Stellen oder Verletzungen
- Ausfluss
- Schwellungen oder Verdickungen
Fazit: Regelmäßige Kontrollen für gesunde Hundeohren
Hundeohren verfügen über einen wirksamen Selbstreinigungsmechanismus. Deshalb sollten sie nur bei tatsächlichem Bedarf gereinigt werden. Hunderassen, die Hängeohren haben oder stark behaart sind, profitieren dagegen oftmals von einer regelmäßigen Ohrreinigung.
Regelmäßige Kontrollen helfen dabei Schmutzansammlungen, Parasiten oder Entzündungen frühzeitig zu erkennen. Sollten die Hundeohren gereinigt werden, ist es wichtig auf sanfte und schonenden Materialien sowie spezielle Mittel zur Ohrenpflege zurückzugreifen.
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