Herbstkatzen: So schlecht wie ihr Ruf – oder nur ein Mythos?
Wer im Herbst ein Katzenbaby adoptieren möchte, der könnte früher oder später durch Verwandte, Freunde oder Online-Magazine auf eine alte Bauernweisheit stoßen, die besagt: „Herbstkatzen taugen nichts.“ Doch stimmt das wirklich? Oder handelt es sich lediglich um ein Vorurteil aus vergangenen Zeiten? Was es mit der Bauernweisheit über Herbstkatzen auf sich hat und ob sie heute noch so stimmt – oder einfach nur ein Mythos ist – erfahren Sie in unserem Beitrag.
Inhalt
Kurzüberblick
Herbstkatzen sind Katzen, die zwischen September und November geboren werden. Früher galten sie als kränklicher und weniger robust als sogenannte Maikätzchen. Der Ursprung dieses Vorurteils liegt in einer Zeit, als Katzen sich überwiegend frei lebend auf Bauernhöfen tummelten und im Herbst schwierigere Bedingungen für ihren Nachwuchs vorfanden. Heute spielt die Jahreszeit der Geburt für gesunde, gut versorgte Hauskatzen praktisch keine Rolle mehr.
Was ist eine Herbstkatze? Herkunft & Bedeutung des Begriffs
Der Begriff „Herbstkatze“ bezeichnet Katzen, die im Herbst geboren werden. Gemeint sind also die Monate September, Oktober und November. Daneben existiert auch die Bezeichnung „Stoppelkatze“ oder „Stoppelkätzchen“. Diese stammt aus der Landwirtschaft und bezieht sich auf die abgeernteten Felder – auch als Stoppelfelder bezeichnet – auf denen frei lebende Katzen früher häufig auf Mäusejagd gingen und dort auch ihre Jungen zur Welt brachten. Abgesehen vom Zeitpunkt der Geburt unterscheiden sich Herbstkatzen in keiner Weise von Katzen, die im Frühjahr oder Sommer geboren werden.
Katzen können mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Tragezeit beträgt etwa neun Wochen. Deshalb entstehen Würfe häufig sowohl im Frühjahr als auch im Herbst. Früher bekamen wilde Katzen meist zwischen April und Juni – das waren die sogenannten Maikätzchen – und September bis November ihre Kätzchen. Heute sind aufgrund der engen Bindung zum Menschen Katzenwürfe über das ganze Jahr verteilt möglich. Werden Babykatzen in ihrem Zuhause sowohl von der Katzenmutter als auch von ihren Halterinnen oder Haltern bestens versorgt, entsteht ihnen durch ihren Geburtsmonat kein Nachteil.
Übrigens: Manche Halterinnen und Halter finden es besonders sinnvoll, gerade im Herbst ein Kätzchen zu adoptieren. Aufgrund des meist schlechteren Wetters bleiben Türen und Fenster geschlossen, was bei der Eingewöhnung einer Babykatze vorteilhaft ist.
„Herbstkatzen taugen nichts“: Woher kommt dieser Mythos?
Die Aussage „Herbstkatzen taugen nichts“ stammt aus einer Zeit, in der Katzen überwiegend als Nutztiere zum Mäusefang auf Bauernhöfen gehalten wurden. Damals mussten Katzenmütter ihren Nachwuchs allein versorgen. Im Herbst und Winter waren die Bedingungen aufgrund der niedrigen Temperaturen und des schlechteren Nahrungsangebotes wesentlich schwieriger und belastender für Katzenmutter und Jungtiere.
Frühjahrskätzchen dagegen hatten den ganzen Sommer Zeit zu wachsen, Reserven aufzubauen und das Jagen zu lernen. Dadurch hatten sie oftmals bessere Überlebenschancen.
Diese Beobachtungen führten dazu, dass Herbstkatzen als schwächer oder anfälliger galten und sich schlechter für die Mäusejagd eigneten. Seitdem ranken sich bis heute einige Mythen um diese Kätzchen. So zum Beispiel auch:
Herbstkatzen sind kränklicher – stimmt das?
Die kurze Antwort dazu ist ganz klar: Nein.
Bei Katzen, die in einem liebevollen Zuhause aufwachsen, spielt die Jahreszeit der Geburt so gut wie gar keine Rolle. Eine ausgewogene Ernährung, tierärztliche Betreuung, ein sicherer Schlafplatz und ein liebendes Umfeld schaffen für Herbstkatzen die gleichen Voraussetzungen für eine gute Entwicklung wie für Frühlingskatzen.
Ob eine Katze gesund aufwächst, hängt heute deutlich stärker von Faktoren wie Genetik, Haltung, Ernährung und Pflege ab als vom Geburtsmonat.
Haben Herbstkatzen einen anderen Charakter?
Auch hierzu gibt es einige Mythen, jedoch keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Herbstkatzen ein bestimmtes Wesen oder anderweitige spezielle Eigenschaften besitzen.
Diese Behauptungen um Herbstkatzen existieren:
Herbstkatzen sind angeblich
- Kleiner: Wilde Kätzchen, die in den kalten Monaten mit schlechterer Nahrungsverfügbarkeit geboren wurden, konnten aufgrund fehlender Nährstoffe und dadurch bedingten Entwicklungsverzögerungen kleiner als Artgenossen sein. Auf Kätzchen, die gut versorgt in einem warmen Zuhause aufwachsen, trifft dies jedoch nicht zu.
- Wilder: Auch diese Aussage hat einen historischen Hintergrund. Kätzchen, die es durch die schwierigen Herbst- und Wintermonate geschafft hatten, galten als sehr widerstandsfähig und damit auch besonders wild. Doch das Wesen einer Katze hat mit der Jahreszeit, in der es geboren wurde, wenig zu tun.
- Weniger verschmust: Wie anhänglich eine Katze ist, hängt vor allem von ihrer Persönlichkeit, ihren Erfahrungen und ihrer Sozialisierung ab, nicht von ihrem Geburtsmonat.
- Schwerer erziehbar – auch, was die Stubenreinheit angeht: Auch dieser Mythos gilt heute als unbegründet. Stubenreinheit und Lernverhalten werden vor allem durch Aufzucht, Umfeld und Gesundheit beeinflusst. Ein Zusammenhang mit der Jahreszeit der Geburt ist nicht bekannt.
- Schlechtere Mäusefänger: Dieser Mythos hat einen historischen Ursprung. Früher hatten im Frühjahr geborene Katzen mehr Zeit, das Jagen zu lernen und sich auf den Winter vorzubereiten. Das lag jedoch an den Lebensbedingungen, nicht an angeborenen Fähigkeiten. Heute gibt es keinen Hinweis darauf, dass Herbstkatzen schlechtere Jäger sind.
Tatsächlich entwickelt sich der Charakter einer Katze vor allem durch ihre Erfahrungen, ihre Sozialisierung und ihre individuelle Persönlichkeit. Jede Katze ist einzigartig. Ob sie im Mai, August oder Oktober geboren wurde, hat darauf kaum einen Einfluss.
Was sollten Sie beim Einzug einer jungen Katze beachten?
Statt auf die Jahreszeit der Geburt zu achten, sollten zukünftige Katzenhalterinnen und -halter vor allem auf folgende Punkte Wert legen:
- Das Kätzchen sollte aus einer verantwortungsvollen Herkunft stammen und mindestens 12 Wochen alt sein.
- Idealerweise sollte direkt ein Katzenpärchen adoptiert werden.
- Sie sollte eine tierärztliche Grundversorgung erhalten.
- Die Ernährung sollte altersgerecht auf den individuellen Bedarf des Kätzchens abgestimmt sein und unbedingt Taurin enthalten.
- In ihrem neuen Zuhause benötigen adoptierte Katzen ausreichend Zeit zur Eingewöhnung und Bindung an ihren neuen Menschen.
Gerade junge Katzen profitieren von einer bedarfsgerechten Fütterung mit einer ideal auf das Kätzchen abgestimmten Futtermenge, die sie während des Wachstums optimal unterstützt. In unserem Katzenpaket finden Sie eine sorgfältige Auswahl unseres hochwertigen Futterangebots für Katzen und finden so schnell heraus, was Ihrer Samtpfote am besten schmeckt.
Fazit: Herbstkatzen sind besser als ihr Ruf
Die Aussage „Herbstkatzen taugen nichts“ gehört heute eindeutig ins Reich der Mythen. Zwar hatte das Vorurteil früher einen nachvollziehbaren Hintergrund, doch moderne Hauskatzen leben heute unter völlig anderen Bedingungen. So sagt die Jahreszeit, in der ein Kätzchen geboren ist, weder etwas über die Gesundheit noch über den Charakter einer Katze aus. Viel wichtiger sind eine liebevolle Haltung, eine ausgewogene Ernährung und eine gute Versorgung. Wer einer Herbstkatze ein Zuhause schenkt, bekommt genau das gleiche, wie bei einem Maikätzchen: eine einzigartige Samtpfote mit eigenem Charakter, die das Leben bereichert.
FAQ zu Herbstkatzen
Was bedeutet Herbstkatze?
Als Herbstkatze bezeichnet man Katzen, die zwischen September und November geboren werden. Der Begriff beschreibt lediglich den Geburtszeitraum.
Wann kommen Herbstkatzen zur Welt?
Herbstkatzen werden in den Monaten September, Oktober und November geboren.
Stimmt es, dass Herbstkatzen nichts taugen?
Nein. Das ist ein altes Vorurteil aus der Zeit der Bauernhofkatzen. Bei gut versorgten Hauskatzen spielt die Jahreszeit der Geburt heute keine Rolle mehr.
Sind Herbstkatzen anfälliger für Krankheiten?
Nicht grundsätzlich. Gesundheit und Entwicklung hängen vor allem von Haltung, Ernährung und tierärztlicher Versorgung ab.
Sind Herbstkatzen kleiner als Frühlingskatzen?
Nein. Bei guter Versorgung entwickeln sich Herbstkatzen genauso normal wie Katzen aus anderen Würfen.